Suena Festival: ARGO-Kollektiv


Mittwoch, 6. Mai 2026 · 20:00 Uhr

 

© Ibrahim El Dirani

 

ARGO-Kollektiv: Die dunkle Flamme

Mako Hirota – Flöte
Juan Moreda – Saxophon
Ayaka Matsudomi – Klarinette
Reina Yoshioka – Violine
Jingyi Zhai – Viola
Irati Goñi Leoz – Cello
Márk Seres – E-Gitarre
Panos Nikitaris – Klavier
Taikan Yamasaki – Schlagzeug
João Pinto – Elektronik
Benjamin Lampert, Ayaka Matsudomi – liquid light soloists
Simon Erdei – Dirigat

Manchmal erscheinen Palimpseste nicht hell erleuchtet, sondern von einer flackernden, unsicheren Glut durchzogen. Unter jeder neuen Schicht bleibt eine Dunkelheit spürbar, die das Bekannte zugleich anzieht und in Frage stellt. Diesem Spannungsfeld widmet sich das ARGO Kollektiv – 2022 gegründet und bekannt für Offenheit gegenüber neuen Formen, interdisziplinären Kooperationen und experimentellen Konzertformaten – in diesem Programm. Ausgangspunkt ist Nuño Fernández Ezquerres …frente a la obscura lumbre… – eine kontemplative Meditation über das Ungewisse, Vergänglichkeit, Zeit und Transzendenz. Die „dunkle Flamme“ wird zur paradoxen Metapher: Sie zieht uns an und entzieht sich zugleich, verheißt Erkenntnis, ohne wirklich zu erhellen.

Félix Ibarrondo (*1943), zentrale Figur des Programms, bringt mit seinem neuen Werk Erfahrung und ästhetische Tiefe ein. Zusammen mit den Uraufführungen der jungen Komponisten Antonio Hasbún González (*1999) und João Pinto (1998), die während ihrer Residenz beim Ensemble neue klangliche Möglichkeiten erkunden, entsteht ein generationenübergreifender Dialog iberoamerikanischer Musik. Ergänzt wird das Programm durch die österreichische Erstaufführung von Macarena Rosmanichs Un grito, inspiriert von Pablo Rojas’ Gedicht Idiomas del mundo. Hier verschmelzen poetische Bilder und musikalische Gesten zu fragmentarischen, zugleich kohärenten Klanglandschaften, in denen jede Bewegung ihre eigene Qualität behält.

 

Programm

Félix Ibarrondo (*1943, Spanien): GABEKOAK (2026) für Violine, Saxophon (Alt und Baritone), Klavier und Schlagzeug. (UA). Auftragswerk von Argo Kollektiv, mit Unterstützung der Siemens Musikstiftung.

Antonio Hasbún González (*1999, Chile): carsus (2026) für Flöte, Bassklarinette, Saxophon (Tenor und Bariton), Violine, Viola, Cello, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug (UA). Auftragswerk von Argo Kollektiv, mit Unterstützung der Siemens Musikstiftung.

João Pinto (*1998, Portugal): liquid light (i) (2026) für Flöte, Saxophon, Violine, Viola, Cello, E-Gitarre, Klavier, Schlagzeug, Live-Elektroniks, 2 liquid light soloists und live video (UA). Auftragswerk von Argo Kollektiv, mit Unterstützung der Stadt Wien MA7 und SKE.

Nuño Fernández Ezquerra (*1992, Spanien): …frente a la obscura lumbre… (2018) für Altflöte, Altsaxophon, Bassklarinette, Cello und Klavier (ÖEA).

Macarena Rosmanich (*1981, Chile): Un grito (2019) für Flöte, Klarinette, Violine, Cello und Klavier (ÖEA).

 

Argo Kollektiv wurde 2023 von uns – Panos Nikitaris (Klavier), Juan Moreda (Saxophon), Taikan Yamasaki (Schlagzeug) und Youngseo Kim (Violine) – gegründet. Das Ensemble entstand im Rahmen des Masterstudiums Neue Musik – Ensemble an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw). Obwohl wir in letzter Zeit mit immer mehr Musiker:innen zusammenarbeiten und das Kollektiv sehr schnell wächst, bleiben wir ausgesprochen vielseitig – sowohl als Kammermusikformation als auch als Ensemble. Derzeit umfasst unser Kollektiv Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, E-Gitarre, Flöte, Klarinette, Saxophon, Klavier, Schlagzeug, Sopran, Tonmeister:innen, Dirigent:innen sowie Komponist:innen.

Unsere besondere Stärke liegt in der engen Zusammenarbeit mit jungen Komponist:innen, vor allem aus der österreichischen Szene, mit dem Ziel, neue zeitgenössische Repertoires zu entwickeln. Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit der Erforschung neuer Konzertformate, darunter inter- und transdisziplinäre Kooperationen. Die aktuelle künstlerische Ausrichtung von Argo Kollektiv basiert auf der Idee, dass jedes Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis wird. Wir arbeiten eng mit Künstler:innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen und betrachten jedes Projekt als eine Form des Gesamtkunstwerks im wagner’schen Sinne – übertragen auf die zeitgenössische Kammermusik und im Dialog mit den Technologien unserer Zeit.

Der Name Argo ist dabei nicht nur eine metaphorische Anspielung auf die Geschichte von Jason und den Argonauten, sondern auch eine tiefgehende Inspirationsquelle: das antike Griechenland ist ein wesentlicher Teil unserer künstlerischen und konzeptionellen Identität und prägt weiterhin entscheidend unsere Art zu denken, zu schaffen und zu kooperieren. Argo Kollektiv gewann den ersten Preis beim re_cre@ 2026 sowie den zweiten Preis beim Wettbewerb des Leonard Bernstein Instituts der mdw. Außerdem waren wir Finalist:innen beim Internationalen Musikwettbewerb Osaka.

https://www.argokollektiv.com/
https://www.instagram.com/arg