noche de Werner


Freitag, 30. Oktober 2026 · 18:00 Uhr

 

Viele Jahren organisierte das Institut 5haus in Zusammenarbeit mit dem echoraum die „Noche de los Muertos“,
inspiriert von der mexikanischen Tradition des Totengedenkens. Diese Veranstaltung umfasst einen Altar sowie experimentelle und eklektische Musik.

Nach dem Tod von Werner Korn, dem langjährigen Leiter des echoraum, fand im November 2023 eine erste Gedenkveranstaltung statt, die den Wunsch weckte, sein Andenken jährlich zu feiern.

Aus der „Noche de los Muertos“ wird nun die „Noche de Werner“. Die Veranstaltung bleibt dem experimentellen musikalischen Geist treu und bietet weiterhin einen Altar als zentrale Gedenkstätte.

 

© Werner Korn

deepseafish-k

Juun / Katharina Klement / Manon Liu Winter (HorizontalSaitenInstrumente)

Eintauchen in das Innere von Instrumenten. K wie Keys, Instrumente wie Klaviere, nackte Klavierinnenräume, Clavichorde. Eine Welt aus Holz und Metall, in der sich Aktivität enfaltet, Bewegung, die Klänge auslöst. Feinst gesponnene Klänge, aber auch unter größter Anspannung den Instrumenten abgeschabte oder aus ihnen herausgehämmerte. Mal hautnah und knisternd trocken, mal weitläufig und beinahe unheimlich durch den dunklen Nachhall der Resonanzkörper, oft in flirrenden Überlagerungen. Der Zuhörer „schwimmt“ in einem klanglichen Mikro- und Makrokosmos, dessen Energie unablässig zwischen Fragilität und Wucht oszilliert. Massive Klangblöcke geraten unvermittelt in Bewegung, Partikel stieben auseinander und plötzlich ist alles unendlich zerbrechlich, doch folgt bald der nächste Kulminationspunkt eines unumstößlichen So-und-nicht-anders. Singuläre Ereignisse stehen immer im Zusammenhang einer größeren Form, das Gesamte reagiert auf das Einzelne und das Einzelne auf das Gesamte. Die Musik wirkt trotz der unbändigen Kraft so fein ziseliert, arbiträr scheinende Klänge werden zunehmend derart mit Bedeutung besetzt und diese hernach so zielsicher wieder hintertrieben, dass man glaubt, man habe es mit auskomponierter Musik zu tun. Die Reduktion in der Wahl der Mittel und die konsequente Verweigerung von Assoziationsangriffspunkten führen zu einer größeren Palette des Erreichbaren, einer überraschenden Freiheit mit der gleichzeitigen Bestimmtheit, dass alles, was passieren kann das einzig Mögliche gewesen sein wird. (Stephan Sperlich)

Die „Songs“ von deepseafishK sind zwischen Komposition und Improvisation angesiedelt und verweben ungewöhliche akustische Klänge mit elektronischen Sounds.

 

© Johannes Simon, Joanna Stoga (vlnr.)

 

Franz Hautzinger (Trompete) & Achim Tang (Kontrabass)

Franz Hautzinger und Achim Tang lernen sich Ende der 1980er Jahre in Graz kennen – etwa um die gleiche Zeit als Werner Korn und Joseph Hartmann in Wien den echoraum eröffnen. Seitdem verbindet die beiden Musiker eine künstlerische Freundschaft, die immer wieder in musikalische Projekten mündet. In ihrer gemeinsamen Zeit in Wien spielt der echoraum dabei eine wichtige Rolle, als Raum für performative Experimente, aber auch  als „dritter Ort“ für Begegnung und Gespräch! Und auch wenn die künstlerischen Lebenswege der beiden Musiker in ganz unterschiedlichen Bahnen weiter verlaufen verlieren sie sich nie aus den Augen. Bei ihren gelegentlichen Begegnungen entwerfen sie immer wieder neue musikalische Positionen, die sich um den Schwerpunkt Improvisation herum entwickeln. Dabei spielen die gängigen Genregrenzen per se keine Rolle. Die vielfältigen Erfahrungen der beiden Protagonisten in ganz unterschiedlichen musikalischen Welten sorgt für einen unbelasteten Umgang mit allem, was klingt.

Achim Tang (* 23. Dezember 1958 in Berlin) ist ein deutscher Bassist und Komponist, der auf dem Gebiet des Jazz, der Improvisationsmusik und der Weltmusik aktiv ist. Tang studierte zunächst Trompete am Julius-Stern-Institut, seit 1984 spielt er Kontrabass. Nach einem Studium der klassischen Musik ging er 1987 nach Graz, wo er an der Jazzabteilung der Hochschule für Musik und darstellende Kunst studierte und 1992 das Konzertdiplom mit Auszeichnung erhielt. 1991 und 1992 war er Lehrbeauftragter am Kärntner Landeskonservatorium Klagenfurt. 1993 zog er nach Wien. Tang arbeitete u. a. mit Marc Ducret, Stojan Jankulow, Wolfgang Puschnig, Joachim Kühn, Linda Sharrock, Patrice Héral, Guy Klucevsek, Anatoly Vapirov, Jay Clayton, Deepak Ram, Max Nagl, Dominique Pifarély und David Tronzo zusammen. Er wirkte an Projekten wie Body Poems (mit Akemi Takeya), Über die Verführung von Engeln (mit Paul Gulda) und Elements of Poerty (mit Oskar Aichinger) mit und nahm als Sideman mit Uli Rennert, Zoltán Lantos, Max Nagl, Marek Bałata und anderen auf. Daneben komponierte er auch Musiken zu Schauspiel- und Ballettaufführungen und zum Film Donau von Goran Rebic. Sein Werk In the Long Run, eine Komposition für drei Bläser, Schlagzeug und Kontrabass, wurde u. a. in Wien, Linz, Graz und Klagenfurt aufgeführt und 2002 als sein Debütalbum für das Label Extraplatte aufgenommen.

Mit Otto Lechner, João de Bruçó, Karl Ritter, Herbert Reisinger und Peter Kaizar bildet Tang die Musikercooperative Windhundrecords. Von 1997 bis 2002 wirkte er am Projekt Klangnetze zur Vermittlung neuer Musik in allgemeinbildenden Schulen mit. Seit 2006 lebt er in Köln, wo er in Zusammenarbeit mit der Rheinischen Musikschule ein Projekt Klanglabor an zwei Kölner Hauptschulen leitet. 2009 arbeitete er mit Scott Fields und dem Multiple Joyce Orchestra (Moersbow / Ozzo, Clean Feed). Tang wurde im Jahr 2011 als Improviser in Residence nach Moers berufen, um ein Jahr lang hier zu leben und zu arbeiten. Unter anderem trat er auf dem Moers Festival mit seinem Quartet Tørn auf, dem Philip Zoubek, Joe Hertenstein und Joris Rühl angehören.

Franz Hautzinger, 1963 geboren, ist Komponist und Interpret zeitgenössischer und improvisierter Musik. Er studierte Trompete und Komposition in Graz und Wien. 1989-2ß008 Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. (Gast)Solist zahlreicher Ensembles; er spielt mit international renommierten Künstlern wie Elliott Sharp, Gil Evans, Olga Neuwirth, Klangforum Wien und als Leiter eigener Projekte (»Franz Hautzinger Speakers Corner«, »Dachte Musik«, »Regenorchester«, Gomberg I-VI.