sikalische Lesung : Triceratops - Daten
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Musikalische Lesung : Triceratops

Dienstag 10. November 2020 Ι 20:00 Uhr

Stephan Roiss : Lesung Ι Christian "Gigi" Gratt : Musik

„Eines Tages brachen wir ein ungeschriebenes Gesetz. Wir hörten, dass Mutter im Wohnzimmer zu weinen begann. Doch diesmal gingen wir nicht hinunter. Langsam schlossen wir die Tür und schalteten das Radio an.“

Stephan Roiss liest aus seinem Roman "Triceratops" (Kremayr & Scheriau, 2020).
Gigi Gratt flankiert und durchdringt den Text mit Klang, Ding, Dong, Peng, Uhu.

Hug / Niggli

Stephan Roiss

*1983, lebt als freier Autor und Vokalist (Äffchen & Craigs, Fang den Berg) in Graz. Er absolvierte den Masterstudiengang am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und schreibt Prosa, Lyrik, Texte für Graphic Novels sowie szenisch-performative Texte. Seine Hörspiele wurden u. a. via SWR, MDR und Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt. Triceratops ist sein erster Roman, für den er das Start-Stipendium des BKA und das Jubiläumsfondsstipendium der Literar Mechana erhielt. Auszüge daraus wurden mit dem Förderpreis Floriana 2016 und dem Förderpreis der Wuppertaler Literaturbiennale 2018 ausgezeichnet.

www.stephanroiss.at

gig
© Oskar Wlaschitz

Christian "Gigi" Gratt

*1978, lebt als freier Musiker und Komponist in Ottensheim. Er agiert zumeist im Bermudadreieck von Improvisation, Noiserock und Neuer Musik - scheut dabei aber weder Pop noch Teufel, weder Techno noch traditionelle Musiken (Kuba, Österreich, Westafrika, Balkan, ...). Für sein Soloprojekt Gigaldi interpretierte er die vier Jahreszeiten mit E-Bass, Flügelhorn, Tres und elektrischer Gitarre. Derzeit aktive Bands sind: Tumido, NI, Romanovstra, Drumski. Gratt spielt zudem in wechselnden Improformationen, arbeitete z.B. mit Dave Rempis, Tim Daisy, Fred Frith und Elisabeth Harnik. Er koordiniert das GIS Orchestra, das er 2013 gemeinsam mit dem Schl8chthof Wels ins Leben rief. 2008 erhielt er das SKE-Jahresstipendium.

www.gigigratt.at

tops

Triceratops

Ein kleiner Junge malt Monster in seine Schulhefte und spricht von sich selbst als Wir. Seine Mutter schluckt in der geschlossenen Anstalt Neuroleptika mit ungesüßtem Früchtetee hinunter. Der bibeltreue Vater kocht nur Frankfurter und die Schwester bewegt sich wie ein Geist durch das Haus. Die einzigen Vertrauten des Jungen sind die Aschbach-Großmutter und später die blauhaarige Helix, die auf ihrem Snakeboard in sein Leben fährt. In harten Schnitten und bildhaften Szenen erzählt Stephan Roiss die Geschichte seines namenlosen Protagonisten, der dem Trauma und der Einsamkeit zu entfliehen versucht. Die verkehrte Welt eines Wirs, ein Leib im Verteidigungsformat gegen die Zurichtung durch familiäre Verstrickung, Erziehung und Gleichschaltung der herrschenden politischen Ordnung findet sein Symbol im Schutzpanzer des wehrhaften Sauriers Triceratops. Dunkelgrauer Zorn entlädt sich in klar geführter Sprache, findet seinen Ausdruck in einem "ersten tapferen Brief an die Welt". (Jurybegründung FLORIANA) Der klare und nüchterne Erzählton spiegelt eindringlich den kindlichen Blick, der alles als gegeben hinnimmt und nichts wertend in Frage stellt. Auf ebenso subtile wie packende Weise lässt der Autor dabei das Bild einer Familie entstehen, in der seelische Versehrtheiten über Generationen weitervererbt werden.
(Jurybegründung Wuppertaler Literaturbiennale)
www.kremayr-scheriau.at/bucher-e-books/titel/triceratops/

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