{"id":5499,"date":"2025-05-07T20:00:43","date_gmt":"2025-05-07T18:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/echoraum.at\/?p=5499"},"modified":"2025-04-12T16:14:33","modified_gmt":"2025-04-12T14:14:33","slug":"mivos-quartett-memories-%c2%b7-eva-reiter-tom-pauwels-idylle-dramatique","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/echoraum.at\/site\/mivos-quartett-memories-%c2%b7-eva-reiter-tom-pauwels-idylle-dramatique\/","title":{"rendered":"Mivos Quartett: Memories \u00b7\u00a0Eva Reiter &#038; Tom Pauwels: Idylle Dramatique"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_5501\" aria-describedby=\"caption-attachment-5501\" style=\"width: 842px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5501\" src=\"https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"842\" height=\"561\" srcset=\"https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet-300x200.jpg 300w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet-768x512.jpg 768w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/mivos-quartet.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 842px) 100vw, 842px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5501\" class=\"wp-caption-text\">Evoto<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mivos Quartett: Memories<\/strong><\/p>\n<p><strong>Olivia De Prato<\/strong> &#8211; Violine<br \/>\n<strong>Adam Woodward<\/strong> &#8211; Violine<br \/>\n<strong>Victor Lowrie Tafoya<\/strong> &#8211; Viola<br \/>\n<strong>Nathan Watts<\/strong> &#8211; Cello<\/p>\n<p>Das <strong>Mivos Quartet<\/strong>, &#8222;eines der gewagtesten und wildesten Ensembles f\u00fcr neue Musik&#8220; (The Chicago Reader), widmet sich der Auff\u00fchrung von Werken zeitgen\u00f6ssischer Komponisten und der Pr\u00e4sentation neuer Musik f\u00fcr ein vielf\u00e4ltiges Publikum. Dabei ist das 2008 in New York City gegr\u00fcndete Quartett, dessen Mitglieder auch selbst komponieren und arrangieren, besonders an einer best\u00e4ndigen und langfristigen Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher \u00c4sthetik interessiert. Das Quartett erhielt 2019 den Dwight- und Ursula-Mamlok-Preis f\u00fcr Interpretation zeitgen\u00f6ssischer Musik. Es wurde bei renommierten Festivals wie die New York Phil Biennale, Wien Modern Festival, Newport Jazz Festival, Asphalt Festival, HellHOT! Festival (Hongkong), Monterey Jazz Festival, Edgefest (Ann Arbor, MI), M\u00fasica de Agora na Bahia (Brasilien), Aldeburgh Music (Gro\u00dfbritannien) und bei der Biennale di Venezia eingeladen. Mivos investiert in die Beauftragung und Urauff\u00fchrung neuer Musik f\u00fcr Streichquartett und bem\u00fcht sich, \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume eng mit Komponisten zusammenzuarbeiten. Vor kurzem hat Mivos bei neuen Werken von Jorge Sanchez-Chiong, Sam Pluta, Dan Blake, George Lewis , Eric Wubbels, Kate Soper, Patrick Higgins (ZS) und dem Dichter\/Musiker Saul Williams mitgestaltet. Neben der Erweiterung des Streichquartett-Repertoires engagiert sich Mivos auch f\u00fcr die Zusammenarbeit mit Gast-K\u00fcnstlern, die Erforschung von Multimedia-Projekten mit Live-Video und Elektronik sowie die Auff\u00fchrung improvisierter Musik. Neben der Zusammenarbeit mit Dan Blake und Saul Williams f\u00fchrte dies zu Auftritten und Tourneen mit K\u00fcnstlern wie Ambrose Akinmusire, Ned Rothenberg, Mary Halvorson, Nate Wooley, Ingrid Laubrock und C\u00e9cile McLorin Salvant.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.mivosquartet.com\">www.mivosquartet.com<\/a><\/p>\n<p>Programm <strong>&#8222;Memories&#8220; &#8211; Kairos Cd release<\/strong><\/p>\n<p><strong>Victor Baez<\/strong>: Ehecamalacotl II, 2024 (15min)<br \/>\n<strong>Ambrose Akinumusire<\/strong>: May our centers hold (8\u2019)<br \/>\n<strong>Ingrid Laubrock<\/strong>: Ashes, 2022\/24 (Mivos\/Kanter Prize Winner 2022) (12min)<br \/>\n<strong>Alec Hall<\/strong>: The Water\u2019s memory, the memory of Sand (2021) (15min)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-5648 size-full\" src=\"https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/eva-reiter-tom-pauwels-foto.jpg\" alt=\"\" width=\"842\" height=\"595\" srcset=\"https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/eva-reiter-tom-pauwels-foto.jpg 842w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/eva-reiter-tom-pauwels-foto-300x212.jpg 300w, https:\/\/echoraum.at\/site\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/eva-reiter-tom-pauwels-foto-768x543.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 842px) 100vw, 842px\" \/><\/p>\n<p><strong>Eva Reiter &amp; Tom Pauwels: Idylle Dramatique<\/strong><\/p>\n<p>Werke von <strong>Marin Marais<\/strong> (1656-1728) und <strong>Burkhard Stangl<\/strong> (*1960)<\/p>\n<p><strong>Eva Reiter<\/strong> &#8211; Viola da Gamba<br \/>\n<strong>Tom Pauwels<\/strong> &#8211; E-Gitarre<\/p>\n<p>\u201eSofern das menschliche Leben als forschendes der Zeit selbst nachgeht, um zu erkunden, was sie sei, sieht es sich auf die \u00bbSee\u00acle\u00ab und den \u00bbGeist\u00ab verwiesen. Das Fragen bleibt dabei stehen, ob diese am Ende \u00bbdie Zeit\u00ab seien.\u201c1<\/p>\n<p>In ihrem neuen Programm Idylle dramatique gehen Eva Reiter und Tom Pauwels den vielf\u00e4ltigen Betrachtungsm\u00f6glichkeiten eines spezifisch musikalischen Zeitverst\u00e4ndnisses nach. Dabei wird Zeit sowohl als Raum aufgefasst, in den sich musikalische Ereignisse einschreiben lassen, als auch als historische Linien, mit denen musikgeschichtlichen Strukturen verwoben sind. Im Zentrum des Programmes stehen einige ausgew\u00e4hlte Werke des franz\u00f6sischen Komponisten Marin Marais, interpretiert auf Viola da Gamba und E-Gitarre.<\/p>\n<p>Marais war eine charakteristische K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeit seiner Zeit, der sich als Hofkomponist stets vom Geschmack seiner Epoche, dem bon gout inspirieren lie\u00df. Nach Lullys Tod beherrschte der \u201eMusik-Krieg\u201c zwischen dem italienischen und dem franz\u00f6sischen Geschmack die \u00d6ffentlichkeit. Der Streit erhob sich vor allem \u00fcber die Frage, ob sich die hochentwickelte Affektdarstellung der italienischen Musik \u2013 etwa in der Musik von Alessandro Stradella, Alessandro Scarlatti oder Arcangelo Corelli \u2013 auf die franz\u00f6sische Musik \u00fcbertragen lie\u00dfe. Bedeutende Komponisten wie Fran\u00e7ois Couperin oder Marc-Antoine Charpentier experimentierten mit der Vermischung der Stile. Die Traditionalisten aber \u2013 und dazu z\u00e4hlte Marais fraglos\u2013 lehnten die erweiterte Harmonik, Chromatik und Koloratur des italienischen Stils vehement ab. 1686 gab Marais sein Deb\u00fct als Hofkomponist. In Versailles wurde seine Oper &#8218;Idylle dramatique&#8216; zur Auff\u00fchrung gebracht und dies mit so gro\u00dfem Erfolg, dass der Dauphin eine Wiederholung w\u00fcnschte. Die Musik ist leider verschollen gegangen.<\/p>\n<p>Burkhard Stangl \u2013 selbst einer der brillantesten Gitarristen sowie Komponist und Improvisator im Feld der experimentellen, elektronischen und neuen Musik \u2013 schafft nun dreieinhalb Jahrhunderte sp\u00e4ter mit seiner Version einer Idylle dramatique einen luziden, feinsinnigen Kommentar zur Musik Marin Marais\u2019. Hier wird Zeit nicht nur geschichtlich perforiert und zum Stillstand gebracht, sondern sie spielt vermutlich auch keine entscheidende Rolle mehr.<\/p>\n<p>Was passiert, wenn die Zeit still steht? Oder anders gefragt: Was l\u00e4sst sich alles denken, wenn die Zeit keine Rolle mehr spielt? Marais, h\u00e4tte er das Instrument gekannt, w\u00e4re er begeistert gewesen von den klanglichen M\u00f6glichkeiten einer E-Gitarre? Musik braucht ihre Zeit, Musik selbst hat ihre Eigenzeit, und schlie\u00dflich ist Musik tats\u00e4chlich Ausdruck ihrer Zeit. Zeit wird gestaucht oder \u201everschoben\u201c \u2013 oder nahezu zum Stillstand gebracht. Aber was geschieht in den Zwischenr\u00e4umen? Ist die Musik wirklich erst hier, also bei uns H\u00f6rerinnen und H\u00f6rern, wenn der erste Ton erklingt?<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, offen zu werden f\u00fcr musikalische und zeitliche \u00dcberg\u00e4nge, dann sp\u00fcren wir vielleicht, wie sich in die heutige Musik die \u201eVergangenheit\u201c ganz \u201cnat\u00fcrlich\u201d einlagern kann, wie ein Kontakt in den Zwischenr\u00e4umen der Geschichte entsteht, in dem am Ende gar nicht mehr klar ist, was \u2013 oder wer \u2013 zuerst da war.<\/p>\n<p>In diesem Sinne schreiben wir uns ein in diese wundersamen Werke der Barockmusik, wir kommentieren und spiegeln sie. Wir bringen sie an ausgew\u00e4hlten Momenten zum Stillstand, um nur f\u00fcr einen kleinen Moment ihre \u00bbSee\u00acle\u00ab und den \u00bbGeist\u00ab als unendlich zeitlos erfahrbar zu machen.<\/p>\n<p>1 Heidegger , Martin: Der Begriff der Zeit. In: ders.: Gesamtausgabe, III. Abteilung: Unver\u00f6ffentlichte. Abhandlungen, Vortr\u00e4ge, Gedichte, Band 64, 134 S., Ln., 2004, Klostermann, Frankfurt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mivos Quartett: Memories Olivia De Prato &#8211; Violine Adam Woodward &#8211; Violine Victor Lowrie Tafoya &#8211; Viola Nathan Watts &#8211; Cello Das Mivos Quartet, &#8222;eines der gewagtesten und wildesten Ensembles f\u00fcr neue Musik&#8220; (The Chicago Reader), widmet sich der Auff\u00fchrung von Werken zeitgen\u00f6ssischer Komponisten und der Pr\u00e4sentation neuer Musik f\u00fcr ein vielf\u00e4ltiges Publikum. 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