XX Y X: ASSEMBLY - Daten
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XX Y X: ASSEMBLY

Mittwoch 18. März 2020 Ι 18:00 Uhr

Nina Vobruba + Michaela Schwentner Ι durational performance
diverse female sound artists & Djs Ι sound

Hug / Niggli

Auf den Titel ASSEMBLY, also auf Versammlung, Ansammlung, Zusammenstellung referierend, sind ca. 300 Stühle, unterschiedlich in Form und Ausführung – sie stehen für Publikum, Chor, für gesellschaftspolitische Kräfte, für die Gesellschaft generell – im Raum verteilt: manche sind aufeinander gestapelt, andere solitär stehend, an der Wand lehnend. auf dem Boden liegend, etc.

Zwei Performerinnen arrangieren über einen Zeitraum von 6 Stunden die Stühle abwechselnd, dialogisch immer wieder neu: sie stapeln sie in unterschiedlichen Anordnungen und Höhen, lehnen sie an die Wand oder aneinander, legen sie auf den Boden, bauen Gebilde, die mehr und mehr an Raum einnehmen, an Ausdehnung zunehmen. Die Assemblage wird von jeder der Performerinnen soweit und so lange umgebaut, bis für sie eine Art Equilibrium erreicht ist. Die Komposition, Konfiguration, Assemblage der einen ist ein Vorschlag, eine Aktion, auf die die Reaktion der anderen Performerin folgt, die ein komplettes Re-Arrangement der Sesselkonstellationen bedeuten kann oder aber auch ein Aufbauen auf dem bestehenden Gefüge. In jedem Fall kommt es zu keinem Stillstand, sondern zu einem Austausch, zu Kommikation mit der Ausrichtung auf eine balancierte Situation, da das Gleichgewicht der einen Performerin von dem der anderen abweichen wird.

Wollen wir einen Zustand, der uns nicht behagt, ändern, sind wir gefordert, selbst Aktionen zu setzen. Wann aber erreichen wir einen balancierten, ausgewogenen Zustand? Deckt sich mein Gleichgewichtsempfinden, mein Sinn für Balance und Harmonie mit dem von anderen? Wie lange können wir in einem balancierten Zustand bleiben? Wie lange kann eine Situation ausgewogen sein? Möglicherweise nur temporär, die jeweiligen Konstellationen von Komponenten und Aspekten (hier sind es stell-vertretend für alle möglichen Kräfte und Mechanismen innerhalb der Gesellschaft die Sessel) sind jederzeit einer Veränderung, einem Veränderungswillen auch, unterzogen. Sie können ebenso auch in einer experimentalen Phase erstarren.

Die sich ständig verändernden Anordnungen und Gebilde der Sessel sind auch soziale und räumliche Konstellationen, die den Raum (immer wieder neu) definieren: mit jeder Veränderung ändert sich das Raumgefüge, die Wirkung des Raumes. Jede neue Konstellation ist eine Setzung, eine Behauptung, möglicherweise eine Provokation oder auch eine Inspiration. In jedem Fall ist es Kommunikation und Interaktion sowie choreo-graphische Struktur und Raumskulptur.

Michaela Schwentner
geb. 1970 in Linz, lebt und arbeitet in Wien.

Schwentner arbeitet in den Bereichen Bewegtbild, Sound, Performance und Installation.
Betreiberin von mosz records (www.mosz.org)
Gründung und Organisation des Offspaces Jadengasse (1995-96)
club jade @ rhiz (1998-2009)
Co-Kuratotion und Co-Produktion von phonoTaktik.02 (2002), fresh.trips
mkt Innsbruck (2005), Choreography of the Frame - Kunsthalle Exnergasse (2018), Transform She Said - Blickle Kino / Belvedere 21 (2019), u.a.

Ausstellungsbeteiligungen, Screenings, Performances und Residencies im In- und Ausland, u.a.: Centre Pompidou Paris, Manifesta 4 Frankfurt/Main, HKW Berlin, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Edith-Russ-Haus für Medienkunst Oldenburg, ACF New York, Shedhalle Zürich, CCNOA Brüssel, Kiasma Helsinki, Museo Experimental El Eco Mexiko City, CCCB Barcelona, UCLA Los Angeles, Kunsthalle Exnergasse Wien, Kunsthalle Wien, Secession Wien, Künstlerhaus Wien, Grazer Kunstverein, Kunsthaus Graz; B3 Bienniale des bewegten Bildes Frankfurt/Main, Sundance Filmfestival, Kurzfilmtage Oberhausen, FIDMarseille, Diagonale Graz, Viennale, Int. Media Art Biennale Wroclaw, Transmediale Berlin, LUFF Lausanne, Moving Patterns ACF New York, Edinburgh Int. Filmfestival, London Int. Filmfestival, Wien modern, New York Underground Filmfestival, Independent Filmfestival Rotterdam, European Media Art Festival Osnabrück, Evolution Filmfestival Leeds, Cork Filmfest, Chicago Underground Filmfestival, Blickle Kino Wien / Belvedere 21, Avanto Helsinki, Netmage Bologna
Residencies: subnetAIR Grant + Residency Salzburg, ORTung Hintersee, Embassy of Foreign Artists Genf, Pixel, Bytes & Film, Artist in Residence ORF III, Egon Schiele Centrum Czesky Krumlov, Gastatelier des Landes OÖ Paliano

mehr Information: www.jade-enterprises.at

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Nina Vobruba
Geb. 1985 in Wien / AT, lebt und arbeitet in Fehring

Vobruba bewegt sich in den ausgedehnten Feldern der bildenden Kunst, Performance, Tanz, Theater und des experimentellen zeitgenössischen Zirkus. Untersucht verschwimmende Grenzlinien und wuchernde Zwischenzonen, soziale Biotope, kollektive Milieus und alltägliche Utopien .

Ausstellungen, Performances (Auswahl)
2019
nest bau, Preis der Kunsthalle Wien 2019, Kunsthalle Wien Museumsquartier, Wien / A
placement of a shelf, Intervention im Rahmen von „Tête-à-Tête“, KÖR in Kooperation mit Akademie der bildenden Künste Wien (Judith Huemer, Ursula M. Probst), Wien / A
2013
wolkenlos, Tanz im August, 25. Internationales Festival Berlin, Berlin / D
one night with the heartbeat of an octopus, Installation Künstlerhaus-Passage, Wien / A my heart is an octopus, Performance, In Zucht Festival HTZ Berlin, Berlin / D

Kooperationen, Partizipationen, Kollaborationen
2018
pianina, Pia Nodez & Nina Vobruba, Performance, queerograd festival 018, Kultur in Graz, Graz / A
2015
Performerin in: Michaela Schwentner, Descending A Staircase / In Shifts, Performance + Videoinstallation, Festival der Regionen, Ebensee / A
2014
kondition pluriel, Laura Unger & Nina Vobruba, Performance, Convergence – an international summit on Art + technology, Banff Centre, Banff, Alberta / CA, und TransART Festival Dresden / D
2012
Teilnahme am Entropic Institute Berlin (Deufert & Plischke), Uferstudios, Berlin / D

mehr Information: vobruba.art

e  c  h  o  r  a  u  m
Sechshauser Straße 66
A-1150 Wien
Tel. : 812 02 09 30
echo AT echoraum.at
www.echoraum.at

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