noches de los muertos 2019 - Bios deutsch
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Hilary Binder (IT/USA)
* 1965 Washington DC, lebt in Tornaveccio, Abruzzen.

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Hilary Binder wuchs mit klassischer Musik, klassischem Rock, early Go-Go, Punk und Hardcore auf (in dieser Reihenfolge). Sie gehörte später mehreren Punk-Szenen wie Minor Threat, Bad Brains, Holy Rollers an und war Teil unabhängiger Musiklabels wie beispielsweise Dischord. Mit 19 Jahren zog sie nach San Francisco, mitten hinein in die Westküsten-Punk-Explosion, getragen von Bands wie den Dead Kennedys, Victim's Family, The Dicks and MDC, von Veranstaltungsorten The Vats, The Farm, The Mab, Komotion, and Gilman Street und von Veröffentlichungen wie Maximum Rock'n'Roll. Sie verbrachte 10 Jahre in dieser Stadt, war Teil der Protest- und Hausbeset-zerszene und gründete schließlich als Schlagzeugerin das Jazzcore-Trio Forethought mit den wegweisenden Punkmusikern Tommy Strange und Chris Rankin. Nach dessen Auflösung etablierte sie mit Rankin das Bass/Schlagzeug instrumental-Duo Sabot. 1993 ließen sich Binder/Raskin in der Tschechische Republik nieder und riefen in Tabor das internationale Kunstzentrum CESTA ins Leben. 20 Jahre lang waren sie Mitverwalter des Zentrums, veröffentlichten selbstproduzierende Platten, Bücher und Filme und ging mit Sabot weltweit auf Tour, was gerade mit der unverzicht-baren Hilfe und Unterstützung der autonomen und unabhängigen Musikszenen, Bands, Veranstaltungsorte, Veranstalter und Networker möglich gemacht wurde. 1999 hob sie die 5-köpfige Aa-pella-Gruppe Kačkala aus der Taufe, mit der sie bis heute 3 Alben veröffentlichte und mehrere Touren in Europa und den USA unternahm. 2013 zog Hilary Binder in die Abruzzen, Italien, um das neue internationale Kunst- und Wissenschaftslabor Invizin zu gründen. 2016 begann sie in der Avant-Rock-Band Polemica zu singen.

Taku Unami (JP)
* 1976 in Tokyo, lebt in Tokyo

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Taku Unami bezeichnet sich als Performer von multiinstrumentaler, improvisierter oder nicht klassifizierbarer (Nicht-) Musik. Er ist Bandleader und Gitarrist der depressiven Easy-Listening-Gruppe HOSE, Komponist von Filmmusiken für Regisseure wie Isao Okishima und Takeshi Furusawa sowie Gründer von Hibari Music, einem experimentellen Musiklabel inklusive Distribu-tionsplattform. Seine Arbeiten sind von kosmischem Pessimismus, Science-Fiction und übernatür-lichem Horror beeinflusst. Es beherrscht Streichinstrumente, Klavier, Synthesizer, Aufnah-mehardware und -software sowie „verschleierte alltägliche, nicht-musikalische Objekte“. Er ist unter anderem Mitglied von HONTATEDORI, dem Kanji Nakao Trio und They Live. Er spielte und kollaborierte unter anderem mit Klaus Filip, Jean-Luc Guionnet, Kasuschige Kinoshita, Eric La Casa, Radu Malfatti und Norimizu Ameya. Darüber hinaus hat er für Labels wie Erstwhile Records, En-ban, Map zahlreiche Aufnahmen gemacht Tonträger und diese partiell auch gemastert. Taku Un-ami brachte mehr als 30 Solo- oder Kollaborationsalben heraus und trat in Asien, Europa, dem Nahen Osten und den Vereinigten Staaten auf. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen Species Pluralis mit Jarrod Fowler (No Schools Recordings 2016), The Whistler mit Graham Lambkin (Erstwhile Records 2017), Zymologie mit Sam Sfirri (Hibari Music 2017), Cloud of Unknowing (Tenseless Music 2018), und Wovenland mit Toshiya Tsunoda (Erstwhile Records 2018).

http://unami.hibarimusic.com/

Batus - Cardoën - Castelló - Romary
Aude Romary (FR), Christophe Cardoën (FR), Pascal Batus (FR), Angélica Castelló (MX/AT)

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Aude Romary, cellist
* 1975 in Epinal, F, lebt in Sait-Dié des Voges. Nach dem Klarinettenstudium wechselte Aude Romary zum Violoncello, das sie seit 1997 insbe-sondere in experimentellen und improvisatorischen Kontexten spielt. Musik ist für sie Klang, Materie und Bewegung, so beteiligt sie sich an Projekten mit Tanz (Marie Cambois, Aurore Gruel, Stefano Taiuti, La Cie L'Astragale), Text (Cie Les Endimanchés, Heidi Brouzeng), Malerei und Zeichnung ( Arik F. Palmer, Vincent Fortemps), Licht (Christophe Cardoen, Jean-Gabriel Valot) und Poesie (Lucie Taieb, Rémi Chechetto). Als Autorin eines mit ME 109 betitelten Textes arbeitete sie mit dem Regisseur Hugues Reinert an seiner Bühnenadaption mit der Schauspielerin Hélène Géhin und der Tänzerin Pascale Manigaud zusammen. Seit 2011 forscht sie zu Cello und elektroakustischer Musik: „I broke my cello and?“ mit Jean-Philippe Gross, „Cellostries“ mit Marco Marini und „Discordes“ mit Jerome Noetinger. Romary interessiert sich auch für den modernen Geigenbau, indem sie ein Carbon-Cello der amerikanischen Geigenbauer Luis und Clark spielt, das als „extended instrument“ mit Resonatoren, Mikrofonen, kleinen Lautsprechern und verschiedenen Gegenständen verwendet werden kann. Seit 2014 ist sie künstlerische Leiterin des Vereins Bruissement, der letztes Jahr mit Christophe Cardoen, Natacha Muslera und Stefano Taiuti ihre zweite Kreation «limbe» schuf.

Christophe Cardoën, visual artist
Lebt in Grenoble. Der bildender Künstler Christophe Cardoën arbeitet mit Licht, Bewegung und Sound. Das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten sind für ihn zentrale Motive und grundlegendes Material seiner Kunst. Indem elektromechanische Geräte, Fensterläden oder reflektierende Oberflächen mit Lichtquellen in Verbindung gebracht werden, entstehen Rhythmusschwankungen - die Scans von hellem Licht in tiefem Schwarz evozieren visuelle, räumliche und zeitliche Wahrnehmungsverschiebungen. Mit seinem elaborierten Instrumentarium kann er bei Auftritten mit Musikern, Filmemachern, Komikern, Tänzern und Improvisatoren seine speziellen Lichtaktionen in Szene setzen. Cardoën realisiert auch Installationen, Szenografien und nimmt an Filmkreationen und Expeditionen teil. Er war Teil von „102“, ein ohne Subventionen betriebenes unabhängiges Projekt, das Konzerte, experimentelles Kino, Ausstellungen und Tanzshows organisiert und präsentiert hat. Darüber hinaus lebte er von 1995 bis 2008 in der Brise Glace, ein von Künstlern besetztes Haus, das immer offen war für vielfältige Aktivitäten und Aktionen künstlerischer und politische Natur. Er kooperierte unter anderem mit: Pascal Battus, David Chiesa, Anne Laure Pigache, Anne Julie Rollet, Aude Romary, Jérôme Noetinger, Michel Doneda, Will Guthrie, Xavier Charles, Lee Patterson, Lionel Marchetti, Natascha Muslera, Sophie Agnel, Martine Altenburger, Thierry Madiot, Firdaouss El Fahiri, Frédéric Nogrey, Gandolfo Pagano, Emmanuel Petit, Marc Pichelin, Xavier Saiki, Benoit Cancoin, Seijiro Murayama (Musiker). Marie Cambois, Fine Kwiatkowski, Li-Ping Ting, Anna-Maria Civico ... Comedians : Nanda Mohammad, Michel Mathieu (Tänzer und Schauspieler). Liz Racz, Emilie Ibanez, Miles McKane, Kristof Guez, Stéphane Lempereur, Sebastien Perroux (Bilden-de Künstler). Gaëlle Rouard, Marie Moreau, Djamila Daddi-Addoun, Willehad Grafenhorst, Lionel Palun, Etienne Caire, Xavier Querel, Christophe Auger, Patrick Bokanowski, Fredérique Roumagne (Filmemacher und Videokünstler).

Pascal Battus, Sound artist, improviser, composer
* 1961 in Albi, F, lebt in Paris. Der Klangkünstler, Improvisator und Komponist Pascal Battus entwickelte eine Klangpraxis, die der Klanggeste, dem Zuhören und der sie bestimmenden Situation mehr Aufmerksamkeit schenkt als einem bestimmten Instrument. Zum Beispiel dem Gitarren-Pickup-Truck: ein Gitarrenmikrofon ohne Gitarre; den rotierenden Oberflächen; der „Gitarrenumgebung“: E-Gitarre auf dem Tisch + Kontaktmikrofon + verschiedene Objekte + Elektronik; dem modifiziertem Schlagzeug, das zumeist speziell verstärkt wird usw. Seine Arbeit wird regelmäßig von internationalen Radiosendern aus-gestrahlt, in Europa beispielsweise auf France Musique oder dem britischen Sender Resonance FM. Er ist in den USA, in Kanada, Asien, im Nahen Osten und in Australien aufgetreten. Battus macht Graphone (Klangzeichnungen) und ist Miterfinder der sogenannten Klangmassage (Sound Massage). Seine Tonträger sind bei Potlatch, Corpus Hermeticum, Amor Fati, Another Timbre, Cathnor, Organized Music From Thessaloniki oder Herbal International erschienen.

http://pbattus.free.fr

Angélica Castelló, Composer, Sound Artist
* 1972 Mexiko Stadt, lebt in Wien. Angélica Castelló ist Komponistin, Blockflötistin und Klangkünstlerin. Sie studierte Musik in ihrer Geburtsstadt am Conservatorio Nacional de México, an der Université de Montréal, am Conservatorium van Amsterdam, am Konservatorium der Stadt Wien und am Institut für Elektroakustik und Computer Musik der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 1999 lebt sie in Wien, wo sie unterrichtet, im Jahr 2004 die Konzertreihe „Neue Musik in St. Ruprecht“ gründete und bis 2014 organisiert und kuratiert hat. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die neue und elektroakustische Musik: Mitgründung der Ensembles Low Frequency Orchestra, frufru (mit Maja Osojnik), cilantro (mit Billy Roisz), subshrubs (mit Katharina Klement, Tamara Wilhelm und Maja Osojnik) und Chesterfield (mit Burkhard Stangl). Mit diesen Ensembles und anderen MusikerInnen wie Wolfgang Mitterer, Martin Siewert, John Butcher, Dafne Vicente-Sandoval, Franz Hautzinger, Isa-belle Duthoit, dieb13, Jerome Noetinger, Mario de Vega, Kazu Uchihashi u. a. trat sie in Europa und Amerika auf. Als Komponistin schreibt sie für ihr eigenes Instrumentarium (vornehmlich Paetzold- Subgroßbassblockflöte, mit und ohne Elektronik), für Ensembles (u. a. Danubia Saxophon-quartett, Haydn Piano Trio, Köehne Quartett) sowie für Theater und Tanz. Ihre Musik ist u. a. auf den Labels Mosz, Interstellar Records, einklang_records, Mikroton Recordings, chmafu nocords erschienen. Zahlreiche KomponistInnen wie Hilda Paredes, Daniel de la Cuesta, Katharina Kle-ment, Burkhard Stangl, Jorge Sánchez-Chiong Mario Lavista u. a. arbeiteten mit Angélica Castelló oder widmeten ihr neue Werke. Seit einigen Jahren tritt Castelló auch mit installativen Arbeiten, die an der Schnittstelle zwischen Musik, Performance und bildender Kunst angesiedelt sind, hervor (Electroaltar, Electroaltar for J.C., Electroaltar für C.N., Margarita ́s Stillleben Theater). Sie erhielt zahlreiche Preise, Stipendien und Auszeichnungen, u.a. ab 2019 Mitglied des Sistema Nacional de Creadores de Arte in Mexico, 2016 und 2011 Staatsstipendium für Komposition des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur oder 2014 Outstanding Artist Award Interdisziplinarität des Bundesministeriums für Kunst und Kultur, 2007 Publicity-Preis der SKE-austro mechana (für das Ensemble Low Frequency Orchestra) 1999 FONCA (Fondo Nacional para la Cultura y la Artes, México), Stipendium für Auslandsaktivitäten 1997 Conseil des Arts et Lettres du Quebec (Canada). Aufführungen und Aufträge (Auswahl): Klangspu-ren Schwaz, Salzburger Osterfestspiele, CTM Festival, Wien Modern, Ars Electronica, musikprotokoll im steirischen herbst, Music Unlimited in Wels, Ulrichsberger Kaleidophon, Kontraste und Imago Dei (Krems), Osterfestival Tirol, LMC festival (London), Taktlos Bern, GrabenFestTage Wien, Numusic (Norwegen), Interpenetration (Graz), Radar (Mexiko), Konfrontationen Nickels-dorf, Visiones Sonoras (Mexiko). Sie war Artist in Residence in Schrattenberg (Österreich), in To-polo (Italien), DAR (Druskininkai Artists' Residence, Litauen), Sonic Mmabolela (Südafrika) und Die Región de Magallanes y de la Antártica Chilena (Chile)

http://castello.klingt.org/

Anna Zaradny (PL)
*1977 in Szczecin, lebt in Warschau.

zarFoto: Grzegorz Mart

Anna Zaradny ist Klang- und Bildkünstlerin, Komponistin, Improvisatorin sowie Mitbegründerin des Musica Genera Festivals und des Musica Genera Labels. Ihre Kreativität drückt sich gleichermaßen durch Klang- und Bildkunst aus. Als Komponistin und Instrumentalistin arbeitet sie in einem breiten Spektrum von Genres: von akustisch improvisierter Musik mit einer zeitgenössischen minimalistischen Sprache bis zu komplexen Strukturen experimenteller elektronischer Musikkompositionen. Als bildender Künstlerin arbeitet sie mit und in verschiedenen Medien, darunter Installationen, Objekte, Fotografie und Video. Die Künstlerin beschäftigt sich mit Abstraktion, Mikroklang und Architektur. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch die Mehrdeutigkeit und das Verhältnis von Medium und Idee aus. Zaradnys Werke wurden auf Festivals und Ausstellungen in der ganzen Welt präsentiert. Zuletzt: Museum Moderner Kunst, Warschau; SiILBERKUPPE, Berlin; Kunst-Werke, Berlin; Sottovoce, London; Was ist Musik? Festival, Sydney, Melbourne; All Ears Festival, Oslo; Unsound Festival New York; Erkundungsmusik aus Polen; Super-Deluxe Tokyo, Japan.

Die Diskografie von Anna Zaradny umfasst Einzelaufnahmen und Kooperationsprojekte mit ua: Jerome Noetinger, Burkhard Stangl, Christian Fennesz, Robert Piotrowicz, Tony Buck, Kasper Toeplitz. Sie ist auch Autorin von Musik für Theaterstücken und Multimedia-Projekte. Anna Zaradny wurde für den Kunstpreis Spojrzenia 2011 der Zacheta National Gallery, Warschau, nominiert. Sie erhielt Stipendien vom Museumsquartier Wien 2005 und Ministerium für Kultur und Nationales Erbe 2013, Polen. Sie war Beraterin und Musikforscherin im Escape Act-Projekt für Alexandra Bachzetsis 2018. Im gleichen Jahr war sie Artist in Residence am Elektronmusikstudion EMS Stockholm.

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